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Countdown To Extinction

Es war Herbst. Die Bäume leuchteten in den schönsten Rot- und Gelbtönen. Die Kälte zog langsam ins Land.

Die Welt hätte untergehen können, aber Edward und seine Freunde spielten fröhlich vergnügt draußen und ließen sich von den Temperaturen nicht schocken. Sie spielten wie immer Fußball auf dem Hinterhof. Edward war der Kleinste von ihnen. Mit 10 Jahren waren die Anderen fast doppelt so alt wie er, doch andere Kinder lebten hier nicht. Er lernte schnell sich anzupassen und zurechtzufinden; ein anderes Leben kannte er einfach nicht.

Weil er mit dem Ball noch nicht so umgehen konnte wie seine Freunde stand Edward wie immer im Tor, erfolgreicher als man erwarten mag. Doch plötzlich passierte etwas ihm schon vertrautes. Etwas ihm unheimliches. Seine Gedanken schweiften ab, sein Körper blieb, aber sein Geist verschwand in Raum und Zeit. Er sah sich selbst, einige Jahre älter. Plötzlich alterte er noch weiter, im selben Moment war er wieder so jung wie er war. Er drehte sich um, riss die Augen weit voller Angst auf und sein Geist fand den Weg in seinen Körper zurück. Noch leicht gelähmt blieb Edward stehen und konnte dem starken Schuss aus der Ecke weder sehen, noch ausweichen. Der Ball traf ihn hart am Kopf, wodurch er zu Boden fiel. Er bekam alles um sich herum mit, konnte sich aber nicht bewegen. Ihm machte es Angst was er sah. Und er konnte es nicht fassen so wenig Achtung auf den Ball gegeben zu haben. Während ihn alle sorgenvoll ansahen stand Edward aber schon wieder auf. An seiner Stirn war eine große Beule sichtbar und als er zu lachen begann wandelten sich die besorgten Gesichter auch in Gelächter um.

Es war schon spät und alle waren sich einig diesen Vorfall als Abschluss des Tages zu sehen. Edward lief nach Hause und aß und trank als ob es kein morgen gäbe. Der Tag war lang und er war erschöpft, die Beule pulsierte leicht, aber sie störte ihn nicht. Verletzungen kannte Edward zu hauf.

Der Tag ging für Edward zu Ende wie so ziemlich jeder andere Tag auch. Nur blieben die Fragen zurück was er gesehen hatte und warum er solche Angst verspürte. Reden tat er mit niemandem darüber. Sorgen bereiten wollte er niemandem damit.

Wie üblich ging Edward abends allein ins Badezimmer um sich die Zähne zu putzen. Er schloss die Tür hinter sich, öffnete den kleinen Wandspiegel und holte Zahnpasta und Zahnbürste hervor. Zwei Gegenstände, die er noch nie leiden konnte. Während er sich die Zähne putzte setzte er sich neben die Tür des Badezimmers, als er einen dumpfen Knall hörte. Er öffnete langsam und leise die Tür und blickte den Flur hinab ins Wohnzimmer. Seine Mutter lag dort auf dem Fußboden. Der erste Gedanke, der ihm durch den Kopf schoss war, dass sie aus dem Sessel gefallen sei. Sein Vater stand daraufhin auf und ging zu ihr. Der zweite Gedanke war, dass er ihr nun aufstehen helfen würde. Doch genau hier passierte es wieder. Edwards Geist entfernte sich aus seinem Körper. Diesmal sah er aber genau diesen Augenblick als Standbild. Er riss die Augen voller Angst weit auf und sah, wie sein Vater mit voller Wucht auf seine Mutter eintrat. Zitternd und ängstlich schloss Edward wieder die Tür leise und hoffte, dass das nicht echt, nicht real sei. Nach etwa einer Minute öffnete er die Tür wieder einen spalt. Sein Vater schlug immer noch auf seine Mutter ein. Das Ende der Welt brach in Edwards Gedanken ein.

Instinktiv rannte Edward ohne nachzudenken auf seinen Vater zu um ihn zur Seite zu stoßen. Als sein Vater ihn aber bemerkte schlug er ihn beiseite um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Edward stieß sich den Kopf an einem der Sessel, woraufhin seine Beule ein klein wenig aufplatzte und seine rechte Gesichtshälfte schnell mit Blut bedeckte.

Was war passiert? Wie konnte eine perfekte Kinderwelt zusammenbrechen? Warum passierte ihm das? Wieso wurde Edwards Vater innerhalb von zwei Minuten von der lieben Person, die er kannte, zu der Person, die ihm gerade diese Platzwunde bescherte?

All diese Fragen und noch viele mehr wirbelten im Kopf dieses sehr jungen Kindes umher. Die Beule pochte immer mehr und das Blut suchte sich seinen Weg in die Freiheit. Edward wurde schwarz vor Augen…

 

Auf einmal konnte Edward jedoch aufstehen. Er war nicht mehr er selbst. Er blickte durch seine Augen, fühlte seinen Schmerz, aber wer steuerte ihn? Woher konnte er die Kraft nehmen aufzustehen?

Mit geneigtem Kopf stand Edward nun gerade zwei Meter vor seinem Vater, der sich von Edwards Mutter abwendete, weil sie sich nicht mehr bewegte. Keiner von beiden bewegte sich, der Blick seines Vaters war starr auf ihn gerichtet. Hätte er etwas gesagt wäre es wohl etwas gewesen wie „Was willst du schon ausrichten?“ oder „Geh mir aus den Augen, Kleiner!“. Langsam hob sich Edwards Kopf und sein Vater blickte ihn tief in seine weit aufgerissenen Augen. Sie waren nicht mehr blau wie noch einige Minuten zuvor, sie waren so blutunterlaufen, dass sie rot wirkten. Dieser kalte, starre Blick war nicht von dieser Welt. Er war so anormal, dass sein Vater wie paralysiert stehen blieb.

Edwards Hände ballten sich zu Fäusten und seine Fingernägel bohrten sich tief in seine Haut. Von Kopf und Händen tropfte nun Blut hinab auf den Boden. Er schlug nun mit der rechten Faust zu als wolle er seinem Vater einen Kinnhaken geben. Weder bewegte er sich dabei auf ihn zu, noch hätte er die Kraft gehabt um ernsthaft Schaden auszuüben. Wie von diesem Schlag getroffen flog sein Vater nun aber hilflos einen halben Meter in die Luft.

Edward erblickte Schatten, die von seinen Händen ausgingen. Eine Art Verlängerung. Mit der linken Faust schlug er nun zu, woraufhin der Schatten seinen Vater quer durch das Zimmer schleuderte. Angst, Wut, blinder Hass schienen ihn voranzutreiben.

Edward verlor immer mehr die Kontrolle über sich selbst bis es sich so anfühlte, als würde er in Ohnmacht fallen. Sein Körper blieb allerdings stehen. Er wusste, was auch immer seinen Körper steuere, es würde sich nicht so einfach aufhalten lassen…

Schockartig wachte Edward wieder auf. Er lag mit Prellungen und Wunden im Krankenhaus. Seine Hände waren fest in Verbände eingewickelt, sein Kopf brummte ihm sehr.

Die Krankenschwester sah nun, während sie eigentlich den Raum verlassen wollte, dass er aufgewacht war.

Edward konnte nicht sprechen, aber der Anblick der Krankenschwester beantwortete ihm eine sehr wichtige Frage. Er war nun Waise…

12.11.08 23:37
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Phoenix (13.11.08 20:41)
Ich... habs gelesen...
Ich erkenne es wieder... teilweise natürlich nur, von Schatten hast du nie was erzählt... (Witz, obwohöl mir nicht nach Scherzen ist)

Ich hoffe es hilft dir.

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